Microsoft digital, Amazon physisch. Im letzten Jahr hat Microsoft die 3D Druck-Thematik als richtungsweisend angepriesen und im amerikanischen Microsoft-App-Store eine Anwendung platziert, die den dreidimensionalen Druck möglich macht. Nun sieht auch Amazon ausreichendes Potential. Oder geht es nur ums Marketing?

Amazon hat einen Webshop gelauncht, in welchem Kunden Produkte kaufen können, die via 3D Drucker gefertigt wurden. Dieses Geschäftsmodell ist im Shop interessant aufgelöst, da dieser es dem Kunden ermöglicht, Produkte hinsichtlich zahlreicher Kriterien zu individualisieren und zu gestalten. In einer Gesellschaft, die immer stärker auch nach Individualität strebt, ein interessanter Ansatz.

Zum Zeitpunkt des Launches können 200 Artikel aus den Bereichen Schmuck, Deko & Spielzeug angepasst und bestellt werden. Die Abwicklung und Fertigung der Bestellungen erfolgt on-demand, das heißt, jedes Produkt wird individuell auf Bestellung erstellt. Anpassungsmöglichkeiten für Kunden der 3D Druck Produkte ergeben sich in Größe, Design, Farbe und Material. Ein besonderes Highlight bei der Umsetzung des Shops ist die 3D Visualisierung, die dem Käufer eine Produktvorschau auf sein 3D Druck ermöglicht. Schwenkbar um volle 360°.

Die Preise für die Produkte sind ideal gestaltet. Sowohl für einen Testlauf von Seiten Amazons als auch für den Kunden. Preiswerter Einstieg ist bereits ab 35 Dollar möglich.

Warum launcht Amazon einen Webshop für 3D gedruckte Produkte?

Um den Hintergrund in Gänze zu verstehen ohne mit Jeff Bezos zu philosophieren bleibt nur das Aufstellen von Theorien.

Erster Ansatz: Der Markt für individuelle Produkte wächst. Zu erkennen ist dies nicht nur im Schmuck- & Accessoires-Bereich. Auch Bücher, Fahrräder und Möbel unterliegen diesem Trend. Da macht es Sinn, das Design für kommende Produkte oder mögliche Trends mit den Kunden selbst zu entwickeln. Ein Konfigurator bietet hierzu stets hervorragende Möglichkeiten.

Zweiter Ansatz: Marketing. Die 3D-Technik ist noch lange nicht im massentauglichen Bereich angekommen und markiert aus ökonomischem Betrachten aktuell keinen großen Anteil. Trotzdessen ist es für viele (potentielle) Kunden ein spannendes Thema und für Amazon eine gute Möglichkeit sich positiv mit den Attributen Technologie, 3D Druck und Trendsetter aufzuladen.

Dritter und letzter Ansatz: Amazon möchte sich als First-Mover im Retail-Bereich für 3D-Technik und -Produkte positionieren.

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